Gesundheitstage: mehr als nur Incentives?

Unternehmen fehlt für Gesundheitstage oft ein fundiertes Konzept. Jan-Frederik Kolthoff von Move Up erklärt, welche Möglichkeiten es gibt.

Der Herbst ist die wichtigste Jahreszeit, wenn es um sogenannte „Gesundheitstage“ in Unternehmen geht. Laut einer Studie der move UP GmbH Hamburg, die auf das Gesundheitsmanagement in Unternehmen spezialisiert ist, finden etwa die Hälfte aller Gesundheitstage in der Zeit zwischen September und Dezember statt. Oftmals fehlt es ihnen aber an einem fundierten Konzept und relevanten Inhalten. So werden Gesundheitstage zu reinen Incentive-Veranstaltungen ohne einen entsprechenden Mehrwert für die Mitarbeiter.

Das Ziel und der Nutzen eines Gesundheitstags

Gesundheitstage dienen dazu, Gesundheitsförderung im Unternehmen greifbar und lebendig zu machen. Ein Ziel von Gesundheitstagen ist es, Mitarbeiter zu einem eigenverantwortlichen, aktiven Lebensstil zu motivieren und diesen nachhaltig zu verankern. Um einen Gesundheitstag inhaltlich zu gestalten und ihn zu organisieren, beauftragen Unternehmen oft externe Dienstleister, die sich auf das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement spezialisiert haben und die entsprechenden Aktionen und Maßnahmen planen.

Der Gesundheitstag ist eine Informationsveranstaltung und wird oft als eine Art Forum organisiert. Dieses Forum funktioniert ähnlich wie ein Marktplatz und lädt alle Mitarbeiter des Unternehmens dazu ein, sich an verschiedenen Ständen, bei Mitmach-Aktionen sowie in Beratungen und Workshops von Experten Tipps und Informationen über präventiven Gesundheitsschutz zu holen. Der primäre Nutzen solcher Tage ist die Aufklärung und vor allem die Sensibilisierung der Mitarbeiter, sich um ihre Gesundheit und Fitness Gedanken zu machen. Dazu dienen kurze Vorträge über wichtige Themen wie Rückenschmerzen, Bewegungsmangel, gesunde Ernährung und vieles mehr. Ebenfalls wichtige Bestandteile von Gesundheitstagen sind Check-Ups über den Gesundheitszustand, Workshops und Mitmach-Aktionen, die die Mitarbeiter beispielsweise zu mehr Sport und Bewegung motivieren sollen.

Das richtige Konzept macht den Erfolg

Der Gesundheitstag sollte im Wesentlichen dazu dienen:

  • die Mitarbeiter für ihre persönliche Gesundheit zu sensibilisieren.
  • auf bestimmte Gefahren und Risiken hinzuweisen.
  • Maßnahmen vorzustellen, womit die Mitarbeiter selbst etwas Positives für ihre Gesundheit bewirken können.

HR-Abteilungen sollten die Impulse und Maßnahmen am Gesundheitstag nachträglich evaluieren und aufzeigen, wie durch nachfolgende Aktivitäten weitere Synergien entstehen. Der Gesundheitstag wird in der Regel zum Auftakt eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements im Unternehmen. Er kann der Geschäftsführung und den Mitarbeitern Impulse geben, wie man die Gesundheit jedes Einzelnen verbessern kann – und damit letztlich auch die Arbeitsleistung und die Motivation im Betrieb steigert.

Worauf Sie achten sollten

Die Entscheidung für einen Gesundheitstag kann unterschiedlichen Ursprungs sein: Er kann als Kick-off-Veranstaltung für das betriebliche Gesundheitsangebot dienen – oder als Motivationsmaßnahme für die Mitarbeiter, damit sie sich präventiv mit ihrer Gesundheit beschäftigen. Die Organisations- und Planungsschritte sind von diesen Entscheidungen abhängig.

Da der Bereich Gesundheit sehr vielschichtig ist, macht es Sinn, für jeden Gesundheitstag ein Leitthema zu formulieren. Unabhängig davon, für welches Thema man sich entscheidet: Wenn man die Mitarbeiter bei der Planung mit einbezieht, erhöht das die Akzeptanz und die Annahme eines Gesundheitstags enorm. Ein abwechslungsreiches und interaktives Programm, zielgerichtete und kreative Kommunikationsmaßnahmen und attraktive Besuchsregelungen motivieren die Mitarbeiter, teilzunehmen.

Wie man als Unternehmen einen Gesundheitstag gestaltet, ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Wichtig sind die Arbeitsplatzbedingungen, die bereits implementierten BGF-Maßnahmen und die Wünsche der Beschäftigten. Aktuelle gesundheitsrelevante Themen im Unternehmen und die Ressourcen für die Umsetzung nehmen ebenfalls Einfluss auf die Ausrichtung des Gesundheitstages.

Meine Checkliste zur Orientierung sieht wie folgt aus:

  • Eine Bestandsaufnahme durchführen.
  • Ziele und KPIs formulieren.
  • Entsprechende Themen auswählen und Ergebnisse simulieren.
  • Die richtigen Kooperationspartner identifizieren.
  • Eine detaillierte Planung vornehmen.
  • Ein Kommunikationskonzept entwickeln, die den Gesundheitstag für die Mitarbeiter verständlich macht.

Detailinformationen zu der Checkliste finden Sie hier.

Um einen Gesundheitstag erfolgreich zu organisieren, empfiehlt sich eine Vorlaufzeit von mindestens acht bis zehn Wochen.

Fazit

Ein Gesundheitstag dient als Plattform für das interne BGM und gleichzeitig als empfehlenswerte Maßnahme, um BGF-Angebote zu testen und einzuleiten. Die gemeinsamen Gesundheitsaktivitäten in Form von Trainingsgruppen oder Workshops unterstützen das Team-Building und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.