4 Gründe: Warum eine New Work Perspektive in die GB Psych gehört

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GB Psych) fördert gesunde Mitarbeitende. Aus diesen vier Gründen ist die New Work Perspektive dabei nicht zu unterschätzen.

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz (GB Psych) ist derzeit in aller Munde. Sie befasst sich mit der Aufnahme, Einordnung und Bewertung aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Mitarbeitenden zukommen und psychisch auf ihn oder sie einwirken. Ziel ist es, die Arbeitsplätze zugunsten der psychischen Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Angestellten zu gestalten und den gesetzlichen Anforderungen des § 5 Arbeitsschutzgesetz gerecht zu werden.

Dabei verläuft die GB Psych im Idealfall in mehreren aufeinanderfolgenden Prozessschritten, das heißt von einem ersten Gespräch bis hin zur Umsetzung konkreter Maßnahmen. Das Herzstück bildet dabei der Fragebogen. Ist er gut ausgearbeitet und modern, hat das einen enormen Einfluss auf die GB PSych – von der Teilnehmendenanzahl bis hin zu den Ergebnissen. Darum sollten insbesondere Aspekte der Neuen Arbeitswelt, mit ihren Möglichkeiten und Gefahrenquellen, im Fragebogen einer GB Psych einen Platz finden:

  1. Veränderte Arbeitsbedingungen bringen neue Belastungsfaktoren: Die Veränderungen der Arbeitswelt im Rahmen von New Work bringt neue Belastungen für Angestellte mit sich. Gesteigerte Verantwortung und Autonomie im Job birgen auch die Gefahr von Überforderung. Neue Technologien vereinfachen Arbeitsschritte und bringen Effizienz, können aber gleichzeitig zu digitaler Müdigkeit und Überlastung führen. Die Gefährdungsbeurteilung muss auch diese Faktoren berücksichtigen, um angemessen auf Veränderungen zu reagieren und Belastungen schon präventiv zu verhindern.
  2. Berücksichtigung individueller Bedürfnisse: Bei New Work steht der Mensch im Mittelpunkt. Die New Work Perspektive legt ihren Fokus also auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden und erlaubt eine individuellere Arbeitsgestaltung. Die GB Psych sollte daher auch individuelle Faktoren, wie beispielsweise Arbeitszufriedenheit und Motivation, berücksichtigen.
  3. Wettbewerbsfähigkeit: Unternehmen, die New Work-Prinzipien integrieren, steigern ihre Wettbewerbsfähigkeit und bleiben so auch langfristig durchsetzungsfähig und erfolgreich. Um zu wissen, welche Maßnahmen im Sinne von New Work die richtigen für die Angestellten sind, müssen sie im Rahmen der GB Psych konkret nach diesen Bedürfnissen befragt werden. Insbesondere das Verlangen nach ausgewogener Work-Life-Balance und gesundem Arbeiten von Generation Y und Z, bringt einem Unternehmen mit einer GB Psych mit New Work Perspektive einen entscheidenden Vorteil.
  4. Veränderte soziale Beziehungen: Eine Befragung zu den zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb eines Unternehmens, zwischen Angestellten und Führungskräften sowie Kolleg:innen untereinander, sind wichtiger Bestandteil einer GB Psych. Innerhalb dieser Beziehungen können Konflikte auftreten, die ungelöst zum Belastungsfaktor einzelner oder einer ganzen Abteilung führen können. Arbeitsmodelle mit Homeoffice, vier-Tage-Woche und digitaler Zusammenarbeit bringen neue Gefahrenquellen für soziale Beziehungen mit sich, auf die es rechtzeitig zu reagieren gilt.

Alten, wissenschaftlich validierten Fragebögen fehlen häufig wichtige Belastungsfaktoren oder sie sind sehr zeitaufwändig auszufüllen – kurz: sie sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Neue Tools und Fragebögen müssen her, die umfangreicher und aktueller auf die Bedarfe der Angestellten reagieren und sich den stetig wandelnden Bedingungen und daraus resultierenden Konflikt- und Knotenpunkten anpassen.