Editorial #6

Stressmanagement im BGM – Stressfrei arbeitet es sich besser!

Stress adé – Wie wir unser Stressmanagement optimieren

Unsere Welt bewegt sich rasend schnell. Wir rennen von Termin zu Termin, wollen neben der Arbeit auch noch Freunden und Familie gerecht werden und verbringen viel zu viel Zeit an Handy und Laptop. Jeder zweite Deutsche fühlt sich am Arbeitsplatz gestresst. 40% der Beschäftigten können am Abend und am Wochenende nicht richtig abschalten. Psychische Probleme sind mittlerweile der häufigste Grund für Fehltage bei der Arbeit. Die mentale Gesundheit von Beschäftigten ist also mindestens genauso relevant geworden wie die körperliche Gesundheit. Doch wie kann man Belastungen und Dauerstress am Arbeitsplatz verhindern? Hier ist das betriebliche Gesundheitsmanagement gefragt: Mit digitalen Vorträgen und Workshops kann das Thema Stress beleuchtet und hilfreiche Stressmanagement Strategien vermittelt werden.

Was ist Stress?

Jeder kennt diesen intensiven Spannungszustand – Stress. Wir fühlen uns gestresst, wenn wir befürchten, dass eine zeitlich bald einzutretende Situation nicht kontrollierbar ist. Früher diente Stress als natürliche Abwehrreaktion, um bei Gefahren (wie gefährlichen Tieren) Energiereserven für eine Flucht oder einen Kampf bereit zu stellen. Denn nicht nur der Geist, auch der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt: die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet, unsere Atmung und unsere Herzrate beschleunigt sich – unser Körper wird mobilisiert. Stress ist also nicht nur ein unangenehmes Gefühl, sondern eine sinnvolle Funktion unseres Körpers, um selbst bei Erschöpfung leistungsfähig zu bleiben.

Stress beginnt im Kopf?

Wir begegnen im Alltag vielen Situation, die potenzielle Stressoren sein können. Bevor wir eine physiologische Stressreaktion zeigen, bewerten wir die Situation: Ist sie gefährlich für mich? Kann ich sie bewältigen? Dabei handelt es sich um einen kognitiven Prozess, mit dem wir Situationen individuell einschätzen. Was der eine als stressig bewertet, ist für den anderen entspannt – es ist also nicht die Situation, die Stress verursacht, sondern die Art und Weise wie wir darüber denken. Stress beginnt also im Kopf! Trotzdem können wir sowohl mit Geist als auch mit Körper auf Stress reagieren.

Stressmanagement – Lerne mit Stress umzugehen!

Jeder hat einen anderen Weg mit Stress umzugehen und es gilt herauszufinden, welcher am besten funktioniert. Hierfür ist es ratsam, dass MitarbeiterInnen in Workshops persönliche Stressoren identifizieren und lernen bewusst darauf zu reagieren. Auf körperlicher Ebene durch Entspannungstechniken, die praktisch erprobt werden. Auf kognitiver Ebene durch die Schulung von mentalen Strategien, die das Stressmanagement der MitarbeiterInnen nachhaltig optimieren. 

  1. Körperliche Umgangsformen mit Stress: Um uns bei akutem Stress oder nach Feierabend runterzufahren, können wir unseren Körper bewusst einsetzen und Erholungsprozesse einleiten. Besonders effektive Methoden sind bestimmte Atemtechniken und Entspannungsverfahren wie Mediation oder Progressive Muskelentspannung. 
  2. Kognitive Umgangsformen mit Stress: Da Stress in unserem Kopf beginnt, macht es Sinn an dieser Stelle einzugreifen – häufig sind es unsere eigenen Gedanken und Bewertungen, die Stress nicht abklingen lassen oder ihn sogar verschlimmern. Solche stressauslösenden Glaubenssätze können identifiziert und kognitiv umstrukturiert werden, sodass wir unsere Perspektive auf den Stressor ändern und gelassener damit umgehen. Weitere effektive Wege sind das Bewusstmachen und Nutzen vorhandener Ressourcen, die Entwicklung einer optimistischen Zukunftsorientierung, eigene Erfolge sichtbar machen, Selbstfürsorge betreiben und Grenzen setzen.