Editorial #2

Wie lassen sich Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement messbar machen? 

Wie lässt sich die Wirkung des Arbeitsumfeldes auf die Leistung der Mitarbeiter messen? Für alle Unternehmen die Angebote im betrieblichen Gesundheitsmanagement oder Maßnahmen in der betrieblichen Gesundheitsförderung umsetzen eine zentrale Frage.

Für diese Unternehmen ist hier vor allem der Return on Investment (ROI) von Bedeutung. Dabei wird die finanzielle Investition in Relation zu einem direkten finanziellen „Gewinn“ gesetzt. Da jedoch sowohl Produktivität als auch Leistung immer von der jeweiligen Person und den ständig schwankenden, persönlichen Lebensumständen (Krankheit, Familienverhältnisse, persönliche Motivation) abhängen, ist es unzureichend den ROI als Mittel zur Bewertung der BGF einzusetzen. Sinnvoller ist es, die Rückkopplung der Trainingsgruppe nach einer entsprechenden Gesundheitsmaßnahme zu analysieren. Dabei gilt es herauszufinden, wie sich der körperliche Zustand und das Stressmanagement der Teilnehmer nach dem Training kurz- und langfristig verändert hat. 

Auch ein Workshop oder ein Vortrag können Akzente bei den Mitarbeitern setzen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, bei der Bewertung auf die Value on Investment-Methode zu setzen. Diese Methode bewertet das Engagement und die Präsenz der Mitarbeiter innerhalb der BGF-Maßnahmen. Damit kann auch eine direkte Verbindung zur Arbeitsleistung gezogen werden. Sie berücksichtigt nicht nur die finanzielle Investition des Unternehmens, sondern stellt Beziehungen zwischen Produktivität, Engagement und Belastbarkeit der Mitarbeiter her, in dem man z.B. untersucht, wie sich das Training einer „bewegten Mittagspause“ oder einer Yoga-Session auf den körperlichen Zustand im Laufe des Arbeitstages auswirkt. Inwiefern fühlt sich der/die Mitarbeiter*in unterstützt? Was hat sich verändert und wie verändert sich das Miteinander der beteiligten Mitarbeiter untereinander? BGF-Maßnahmen in Form von Trainings, Vorträgen, Seminaren oder Workshops, die konkreten Bezug auf die Gesundheitsförderung der beteiligten Mitarbeiter haben, sollten also auf Grundlage direkter Auswertungen und subjektiven Erfahrungen erfolgen. Eine Auswertung hinsichtlich trivialer Kennzahlen wie Fehltage oder Ausfallzeiten der Mitarbeiter machen in Bezug auf die Investments im BGF weniger Sinn. 

Ein langfristig getätigtes Investment in eine Maßnahme im BGF trägt zur Veränderung der Mitarbeiter und der Unternehmenskultur bei. So entsteht aus dem Investment ein Werteverständnis im Unternehmen. Dieses Investment zahlt sich langfristig aus, spiegelt sich aber in Produktivität, Zusammenhalt und einem intrinsischen Unternehmens-Involvement wider. Zu Neudeutsch: Unternehmen entwickeln ihre Mitarbeiter zu Corporate-Influencern.